Über Lebenspausen und falsche Entscheidungen


Schal Gina Tricot, Shirt Forever 21, Hose Gina Tricot, Tasche Michael Kors, Schuhe Noname

Ich war der festen Überzeugung gewesen, mich könne nichts mehr runterziehen. Ich weiß jetzt wer ich bin, sagte ich immer wieder. Nach meinem Umzug nach Frankfurt am Main (von Hannover) und wieder zurück war ich mir jedenfalls sicher, einiges über mich gelernt zu haben. Zum Beispiel dass es garnicht so schwer ist, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich habe im Einzelhandel gearbeitet, dann als Hostess, dann in einer Bank. Nur um jetzt wieder arbeitslos zu sein, ohne irgendeinen Plan was ich weiter mit meinem Leben machen möchte. Denn wenn ich eins wirklich wusste, dann dass ich mein weiteres Leben mit Bedacht wählen würde. Sowohl den Mann, als auch meine Heimatstadt und natürlich auch den Job. Denn alles halbherzige bringt auf die Dauer nichts. Als ich noch Kind war, war alles einfacher. Als ich dann Krebs bekam, fühlte ich mich, als wäre ich wieder ein Kind und meine einzige Pflicht wäre es, zu leben. Doch jetzt, wieder gesund, wo mich der Alltag einholt, bekomme ich wieder Angst. Denn wie oft habe ich schon ein neues Leben begonnen? Und wer sagt dass dieses, welches ich jetzt beginne, das ''Richtige'' ist? Wo doch alle Entscheidungen die ich bisher getroffen habe, irgendwie falsch waren. Lebenserfahrung habe ich, ja, doch ich stehe wieder ganz am Anfang. Was ich aus dieser ganzen Zeit aber auch mitgenommen habe, ist, dass man nichts überstürzen darf. Und ich muss lernen auszuatmen, denn es ist okay, einfach mal völlig auf dem Schlauch zu stehen. Und wenn man das einmal begriffen hat, kann man diese ''Lebenspause'' ganz kreativ als Inspirationsquelle für sein weiteres Leben nutzen. Denn wie oft im Leben wird man schon die Gelegenheit haben, sich einfach treiben zu lassen? Wenn man Kinder hat, hat man Verantwortung und wenn man seine eigene Wohnung hat (das weiß ich aus Erfahrung), muss es immer weiter gehen. Zurück bei Mama und Papa ist alles ganz anders. Man hat Zeit sich zu entfalten.

Sich im Leben Druck zu machen, ob es nun die Frage ist was man studieren möchte, wen man heiratet oder wohin man zieht, bringt nichts. Denn überstürzte Entscheidungen, weil man denkt ''diese Gelegenheit bietet sich nie wieder'', können fatale Folgen haben. Denn man veliert Zeit und steht dennoch bei 0. Wenn man es kann, dann sollte man lernen, sich nicht dem Tempo der Welt sondern seinem eigenen Tempo anzupassen und wenn alle Freunde schon verheiratet sind, dann sei's drum. Ich bin nicht sie und ihr Leben ist nicht meins, das muss ich mir oft selbst sagen, denn oft versuche ich mich dem Tempo der anderen anzupassen. Doch wo sie sind, da werde ich auch irgendwann sein und wenn nicht, dann vielleicht irgendwo, wo es besser ist. Das Hier und Jetzt zu genießen ist wahrscheinlich um einiges schwerer für manche, als sich den Arsch für etwas abzuarbeiten, denn wer Zeit hat, der überlegt. Und wer überlegt, stellt sich irgendwann Fragen. Tue ich das Richtige? War meine Entscheidung für mich richtig? Habe ich eine Chance verpasst? Klar sind die Antworten auf manche dieser Fragen schwierig, doch sie helfen uns, auf dem richtigen Weg zu kommen. Und manche Menschen brauchen 1000 Anläufe, wie ich, und wissen dann noch immer nicht recht wohin. Doch, grobe Richtungen habe ich mir bereits gelegt. Doch das ist noch alles Zukunftsmusik. Ich hoffe ihr werdet mich begleiten.

Kommentare:

  1. Und doch würde ich nicht sagen, dass deine getroffenen Entscheidungen die falschen waren. Zu diesem Zeitpunkt hast du es als richtig empfunden und warst glücklich mit diesen Entscheidungen, deswegen können sie nicht falsch gewesen sein. Das Leben kann nicht vorher bestimmt werden von uns selbst, ansonsten würden wir wohl alle erfolgreich im Job sein und noch dazu eine Familie haben. Diese Entscheidungen prägen dich für dein Leben, lehren dir einiges und in Zukunft wirst du an ähnlicher Stelle vielleicht anders entscheiden, weil du dich nicht mit diesem möglichen Schmerz am Ende auseinandersetzen möchtest der vielleicht auf dich zukommen könnte, falls es nicht der richtige Weg gewesen ist.

    Gehe den Weg den du zu diesem Zeitpunkt als richtig empfindest, denn an jeder Kreuzung kannst du immer noch einen anderen Weg einschlagen und dadurch vielleicht noch glücklicher werden. Lass dich nich verunsichern vom Leben, vor allem berufsbedingt. Du bist noch so jung und wirst noch viele viele Jahre arbeiten müssen. Da macht das jetzt den Kohl nicht fett, auch wenn von unserer Generation am liebsten gefordert werden würde, dass wir alle mit 25 ein abgeschlossenes Studium und 5 Jahre Berufserfahrung für einen Einsteigerjob haben. Für viele, auch für mich, wird das nicht aufgehen und wir müssen uns einfach anders durchschlagen. :)

    Macht dieser Text überhaupt irgendeinen Sinn? :D Ich habe mir einfach mal von der Seele geschrieben an was ich zu deinen Gedanken gedacht habe.

    P.S.: Schönes Outfit. :)
    -xx, Carina
    www.redsunbluesky.blogspot.de

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